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Alle Beiträge von Brigitta

Lebensgefühl

Wenn ich mein Leben

von Jorge Luis Borges

Wenn ich mein Leben
noch einmal leben könnte,
im nächsten Leben
würde ich versuchen mehr Fehler zu machen.

Ich würde nicht so perfekt sein wollen,
ich würde mich mehr entspannen.
Ich wäre ein bisschen verrückter
als ich gewesen bin,
ich würde viel weniger Dinge so ernst nehmen.

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Reife

Ich bin es selbst

„Wenn ich jetzt, in diesem speziellen Moment, zurückblicke, bin ich freier, mit weniger Gepäck, als ich je in meinem Leben war. Siebzig, das ist also wie ein Neuanfang.“ Das sagt Marina Abramovic in einem Interview, sie, die viele Jahre lang als Nomadin gelebt hat, die sich als Künstlerin mehr Freiheiten genommen hat, als ich mir je vorstellen konnte! Und weiter: „Wir sind Gefangene unserer Selbst. Wir sperren uns in Situationen ein, aus denen wir uns nicht befreien können, in Gewohnheiten, in immer wieder schlechte Entscheidungen, in Dinge, von denen wir glauben, wir seien verpflichtet, sie zu tun, es aber gar nicht sind.“

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Allgemein

Altern

„… wir verbringen das Leben in einem Körper, der tyrannisch sein kann – und eine langsame Enttäuschung, um einen anderen Begriff für das Altern zu verwenden.“ Diese Formulierung hat Ian McEwan in einem Interview gewählt, schön übersetzt. Ich schmunzelte.

Warum aber ist der Körper eines alten Menschen eine Enttäuschung, der eines alten Baumes indes schön? Manche Menschen umarmen alte Bäume, ich kann das verstehen. Auch ich lasse mich von einem alten Baum tief berühren, schaue voll Ehrfurcht an ihm hinauf, halte inne, wie war die Welt, als er sein Leben als Baum begann.

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Entwicklung

Werden und geworden sein

Bin ich noch eine Werdende? War ich je eine? Oder immer nur eine Gewordene? Als mir kürzlich dieser Gedanke in anderem Zusammenhang durch den Kopf ging, erschrak ich. Seither durchleuchte ich mit diesem Fokus meine vergangenen Jahrzehnte und finde für  beide Positionen, die der Gewordenen und die der Werdenden, viele Hinweise. Ich nenne keine Beispiele, um den Gedanken nicht in Diskussionen abstürzen zu lassen, die mit inneren und äußeren Zwängen zu tun haben, mit vielen der sogenannten und nie fehlenden Umstände, mit dem Zeitgeist, mit dem Erzählen der passend gemachten eigenen Geschichte uvm.

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Entwicklung

„ … dem Kommenden: Ja!“
(Dag Hammarskjöld)

Ich habe mich schon lange gefragt, was passieren muss, um unser selbstzerstörerisches System zumindest in Turbulenzen zu bringen. Bei allem Respekt für Fridays For Future – und aller anfänglichen Hoffnung: Am System hat die Bewegung bislang nicht einmal genagt, vielleicht sogar das Gegenteil bewirkt, nämlich die Argumentationen und die Rufe der Empörten integriert. Immer war klar, es geht um einen Bewusstseinswandel, um ein vollkommen neues Verständnis vom eigenen Selbst, von Entwicklung, von Zukunft. Wie langsam und zäh diese Prozesse verlaufen, kenne ich aus meinem eigenen Tun seit Jahrzehnten gut, die Frage, wird es „rechtzeitig“ sein, taucht immer dringlicher auf. Aber was heißt schon rechtzeitig?

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Teens

These Teens will save the Future!

Ein Theaterstück, uraufgeführt  im Haus der Kunst in München, erarbeitet mit Jugendlichen von den Demonstrationen, inszeniert von den Münchner Kammerspielen. Ein kühner Titel, dachte ich, da muss ich hin.
Welche Ideen, welche so ganz anderen Vorstellungen werden sie auf die Bühne bringen, wird es ihnen gelingen, auch nur ansatzweise aus unserem System auszubrechen? Wenn nicht sie, wer dann? Ja, wer dann. Die Frage blieb mir am Ende der zwei Stunden im Halse stecken.

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Lebensgefühl

Raum schaffen

Vergangene Woche habe ich im Nebengebäude unseres Hauses in Frankreich ein Wasserreservoir und eine dazugehörende Pumpe, beide Teile uralt, verrostet schon, abbauen lassen. Nachsinnend erinnerte ich mich an viele immer wiederkehrende Gedanken, die das Ganze als im Weg stehend empfanden, an kleine Ärger, wenn ich die Stühle daran vorbei nach draußen rangieren musste, und Jahr um Jahr wurde es beschwerlicher.

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Lichtkuben
Mut

Auf meine Haltung kommt es an

Es kostet mich Mut, in diesen Blog einzusteigen, einen Blog, in dem es um Altern und das Alter gehen soll, man wird sehen. Dabei sind es genau diese Gedanken, Gedanken an das Altern und das Alter, die ich täglich irgendwo in mir antreffe und die mich sehr neugierig machen. Was tun sie da? Was stoßen sie an? Ach so, ich bin mittendrin in dieser letzten oder vorletzten Lebensphase, wie immer man es sehen will.

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