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Lebensgefühl

Wenn ich mein Leben

von Jorge Luis Borges

Wenn ich mein Leben
noch einmal leben könnte,
im nächsten Leben
würde ich versuchen mehr Fehler zu machen.

Ich würde nicht so perfekt sein wollen,
ich würde mich mehr entspannen.
Ich wäre ein bisschen verrückter
als ich gewesen bin,
ich würde viel weniger Dinge so ernst nehmen.

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Entdeckung

Zeiträume weiten

Ich fand heute in der Zeitung einen Bericht, auf den ich mich sofort gestürzt habe. Einer über Jahrzehnte tüftelnden Forscherin aus Wien ist es gelungen, mit vielen Finessen eine Lichtnelke aus einem 32.000 Jahre alten Samenkorn zum Keimen zu bringen. Diese Lichtnelke entwickelt sich wunderbar. Sie ist nur wenige Zentimeter hoch und eine zarte Botin aus einer lange versunkenen Zeit. Die Welt war eine ganz andere, Mammuts und Wollnashörner zogen über die Steppen und der Neandertaler war gerade erst ausgestorben.

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Lebensgefühl

Alternativen

Es ist ein herrlicher Sonntag im Frühherbst. Ich war bei Freunden zum Brunch eingeladen und jetzt möchte ich noch ein paar Stunden für mich sein, im Grünen. Ich fahre also mit meinem Fahrrad, meiner Hängematte, dicker Sonntagszeitung und Proviant in den sehr großen nördlichen Teil des Englischen Gartens und suche mir lange ein geeignetes ruhiges Plätzchen, abseits. Leicht schwinge ich in meiner Matte, lese, esse, schlummere, höre die Blätter rauschen und den Specht klopfen, Menschenstimmen nur von ganz weit. Dann aber dringt ein neues Geräusch in mein Luxusgefüge, ein leiser, zischender, sich ständig wiederholender Beat. Die Wahrnehmung erreicht über meine Ohren erst allmählich mein Gehirn.

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Mut

Leinen los

Jetzt aber Leinen los. Unser Blog soll in See stechen und wir wollen Fahrt aufnehmen und dazu müssen wir schreiben. Aber was? Ich habe so Vieles im Kopf und im Gemüt, keine großen Ereignisse, das meiste im Inneren. Wo anfangen?

Ach ja, das war’s doch, das Älterwerden. Immer wieder aufbrechen, nicht alleine das, aber das auch, und sei es am Ende nur, um z.B. einige meiner Gewohnheiten zu verändern, auszutauschen, wegzulassen. Meinen Abneigungen und Vorlieben zu widersprechen, anderes anschauen und anhören. Heute habe ich ein Zitat gelesen, nicht neu, aber als gebündelte Einsicht aller schon hinter mir liegenden Jahre für mich bedeutsam und das immer mehr. So geht es:

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Entdeckung

Eine Entdeckung

Ich habe heute ein OnlineMagazin aus Österreich entdeckt, „BRENNSTOFF – aktuell ist nur das Bleibende“. Ich bin hocherfreut, hier sind Inhalte, die Tiefe haben und bewegen, die zum Teil voller Poesie sind und auch ganz praktisch, lebensbejahend und ermutigend.

Schon der einleitende Satz auf einer der ersten Seiten packt mich: „Hätten die Nüchternen einmal gekostet, alles verließen sie, und setzten sich zu uns an den Tisch der Sehnsucht, der nie leer wird.“ (Novalis)

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Reife

Ich bin es selbst

„Wenn ich jetzt, in diesem speziellen Moment, zurückblicke, bin ich freier, mit weniger Gepäck, als ich je in meinem Leben war. Siebzig, das ist also wie ein Neuanfang.“ Das sagt Marina Abramovic in einem Interview, sie, die viele Jahre lang als Nomadin gelebt hat, die sich als Künstlerin mehr Freiheiten genommen hat, als ich mir je vorstellen konnte! Und weiter: „Wir sind Gefangene unserer Selbst. Wir sperren uns in Situationen ein, aus denen wir uns nicht befreien können, in Gewohnheiten, in immer wieder schlechte Entscheidungen, in Dinge, von denen wir glauben, wir seien verpflichtet, sie zu tun, es aber gar nicht sind.“

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Corona

Corona 2

In mir revoltiert alles angesichts der vielen Maßnahmen, Gebote und Verbote, die der Staat in den letzten Wochen uns, der Bevölkerung, zu unserem „Schutz“ auferlegt. Und ich bin vollkommen entsetzt, dass wir uns wie die Schafe ducken. Einem Kind, wenn ich es ernst nehmen will und damit auch mich selber, erkläre ich den Sinn von Geboten und Verboten nach bestem Wissen und Gewissen. Ich bemühe mich um Wahrhaftigkeit, d.h. ich manipuliere nicht und schon gar nicht mit Angst. Damit könnte ich zwar am leichtesten mein Anliegen durchsetzen, aber Angst verbiegt und nimmt das Wichtige und Wesentliche aus dem Blickfeld.

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Allgemein

Ja! Altern

Zum letzten Beitrag von Brigitta möchte ich meine eigene Impression hinzufügen, wobei die nicht immer gleich ist. Vielleicht, wahrscheinlich, ändert sich das noch die nächsten Jahre, aber jetzt stimmt es für mich.

Meine Mutter meinte immer: das Altern vollziehe sich kaskadenartig und nicht als linearer Vorgang. Was mich betrifft, ich gebe ihr Recht, es ist so, innerlich wie äußerlich. Ich habe diesen Bewertungsmodus in mir, lebenslang, vor allem bewerte ich mich selbst und als nächstes meine Mitwelt. Eine schwere Fessel.

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