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Mut

Leinen los

Jetzt aber Leinen los. Unser Blog soll in See stechen und wir wollen Fahrt aufnehmen und dazu müssen wir schreiben. Aber was? Ich habe so Vieles im Kopf und im Gemüt, keine großen Ereignisse, das meiste im Inneren. Wo anfangen?

Ach ja, das war's doch, das Älterwerden. Immer wieder aufbrechen, nicht alleine das, aber das auch, und sei es am Ende nur, um z.B. einige meiner Gewohnheiten zu verändern, auszutauschen, wegzulassen. Meinen Abneigungen und Vorlieben zu widersprechen, anderes anschauen und anhören. Heute habe ich ein Zitat gelesen, nicht neu, aber als gebündelte Einsicht aller schon hinter mir liegenden Jahre für mich bedeutsam und das immer mehr. So geht es:

„Wir alle haben zwei Leben. Das zweite beginnt, wenn wir realisieren, dass wir nur eines haben."

Und über Mut an sich habe ich nachgedacht. War ich früher mutiger als heute? Vielleicht. Vielleicht habe ich aber auch das geradezu notorische Hineinstolpern in schmerzhafte Umstände mit Lebensintensität verwechselt. Mut, als etwas auf ein Ziel Gerichtetes, war es selten.

Das hat sich sehr gewandelt. Heute ist mir das Leben bewusster, leichter, schöner, und es soll gut hergegeben werden, wenn es Zeit ist. Da wir alle geboren werden und alle sterben, nur zeitversetzt, ist das kein Drama. Und selten wissen wir, ob am Ende und in Summe das eine oder das andere Leben reicher oder ärmer war. Da sollte ich doch Mut schöpfen.  Ich bin ihm auf der Spur und hoffe, ihn reichlich zu finden.

Vor einigen Tagen hatte ich einen Traum, mit vielen Details. Ich lebe in einem Haus, alles eingerichtet und zu voll. Außerdem gibt es da einige mir nahe und ferne Menschen. Ich fange an, alles durcheinander zu bringen, werfe Regale um, ziehe Schubladen heraus, entleere den Inhalt auf den Boden, verwirble alles, veranstalte ein Chaos, entledige mich der Dinge und zwar lustvoll und mit zunehmender Entschlossenheit. Ich staune über mich selber, wobei ich auch ein Quäntchen Ängstlichkeit im Hintergrund verspüre, ob der Dynamik des Geschehens. Ich denke noch über mühselige spätere Aufräumarbeiten nach. Egal, ich lasse den Gedanken hinter mir. Die mir nahen und fernen Menschen versuchen, mich umzustimmen, mich zu stoppen, ohne Auswirkung. Ein guter Traum, it made my day!